Schreiben vom Rechtsanwalt wegen piratigem Tweet bekommen

Heute Morgen lag in meinem Posteingang ein Schreiben einer amerikanisch-deutschen Rechtsanwaltskanzlei.

Diese vertritt einen bedeutenden deutschen Zeitungsverlag, den fast keiner kennt. Er tritt in der Öffentlichkeit fast gar nicht auf und ist auch sonst sehr diskret. Sein Hauptprodukt ist ein Periodikum, daß hauptsächlich in Apotheken vertrieben wird. In Pressekreisen wird die Zeitschrift aufgrund der Anzeigen und des Zielpublikums oft scherzhaft als „Zentralorgan der Rentner“ oder „Rollator-Bild“ und ähnliches verspottet. Ist eine Niveau- bzw. Geschmacksfrage.

Es geht in den Schreiben darum den Tweetverkehr einiger Piraten zu einem Thema aus Twitter (damit aus dem Netz) zu löschen.

In diesem Thema wurde -eindeutig- satirisch zum Pharma-Spitzelskandal im Gesundheitsministerium Stellung genommen:

„Apotheker-Lobby spionierte im Gesundheitsministerium“ – Der Name „Apo*****-******“ bekommt so eine ganz neue Bedeutung!“

Dieser Tweet wurde über 50x favorisiert und 62x weitergeleitet. Dabei auch mehrfach kommentiert. Meist lustig bis launisch.

Unser Berliner Fraktionsvorsitzender Christopher Lauer bei Twitter bekannt als @schmidtlepp kommentierte das mit: Ich hab doch immer gesagt, dass die Apo******-****** eine gute Investigativ-Abteilung hat.

Da dieser Verlag extrem lautlos und sehr diskret (bei den Piraten würde man von „intransparent“ sprechen) arbeitet, war mein Kommentar: „Die  Apo*****-****** ist ein einziger toter Briefkasten der Dienste“.

Es ist dieser Kanzlei wichtig, einen ewig alten, von höchstens einer zweistelligen Anzahl Menschen überhaupt gelesenen Launigtweet löschen zu lassen. Das lassen die sich richtig Geld kosten.

Ich frage mich gerade, welchen Nerv ich wohl getroffen haben könnte. Ist die Kürbiskapsel-Anzeige auf Seite 4 wirklich eine Anzeige, oder doch die Information, daß der Iran Atomwaffen hat?

Übrigens Herr Anwalt: Kennen Sie den Streisand-Effekt?