Wie man legal Ausspäh-Geräte in jeden Haushalt bringt

Wie wir ja wissen interessiert sich unser Staat was wir Bürger so privat treiben. Dabei traut man uns in etwa so viel Verantwortungsbewußtsein wie einem 4jährigen zu. Das kennen wir schon.
Der Kindergarten für Erwachsene heißt hierzulande gerne „Agentur“.  In unserem Falle handelt es sich um die Bundesnetzagentur – vormals „Regulierungsbehörde“, davor „Bundesamt für Post und Telekommunikation“.
Was macht diese Agentur? In den 50er bis 80er Jahren beseitigte sie hauptsächlich Funkstörungen und andere störende Elemente. Ging dabei gerne auch mal rustikaler vor.
Seit der Deregulierung der Märkte „reguliert“ die Bundesnetzagentur hauptsächlich Strom und Telekommunikation. Sie definiert Normen, vergibt Lizenzen, kontrolliert marktbeherrschende Stellungen. Wie sie das macht wird noch Gegenstand eines späteren Artikels sein.
Konkret geht es um eine Verschiebung der Normen für Telefon- und Breitbandanschlüsse (DSL usw.). Bisher war der Splitter des Anschlußes die Grenze. Alles was technisch vor dem Splitter kam war Providersache, alles danach lag in der Verantwortung des Verbrauchers. Das hat die BNetzA nun geändert. Die Grenze wurde nun hinter den Router verschoben. Das heißt konkret:
Sie bekommen dann einen Router gestellt, dessen Software Sie nicht kontrollieren oder verändern dürfen. Die Telekom kauft diese Router oft und gerne bei der chinesischen Firma, die auch die Netzwerktechnik liefert. Dieses Unternehmen steht seit Jahren wegen der personellen und räumlichen Verbindungen zur chinesischen Volksbefreiungsarmee in der Kritik. Böse Zungen sagen gar, das Militär finanziert sich damit selbst. Nicht wenige vermuten, daß Wirtschaftsspionage das eigentliche Unternehmensziel ist. Wo Militär ist, sind auch Aufklärer.
Wir fassen zusammen:
Man stellt uns ein Gerät in die Wohnung
– Was wir nicht abschalten können ohne unseren Anschluß ausser Betrieb zu setzen
– Über das unsere gesamte Festnetzkommunikation läuft
– Dessen Software gelockt und nicht durch den User veränderbar ist
– Das wahrscheinlich von Angehörigen der Volksbefreiungsarmee (mit-)entwickelt wurde
– Bei dem keiner weiß was es für Informationen wo hin schickt
Mit so einem Router kann man viel Geld für „TK-Überwachung“ und viel Zeit für „Richter um Erlaubnis fragen“ sparen.
Als das bekannt wurde, dürfte die Geschäftführung von AVM (u. a. Fritz!Box) ebenso wie ich kreidebleich vom Stuhl gefallen sein. Es wäre die Geschäftsgrundlage entfallen. Aber das stehen Wirtschaftsinteressen und Arbeitsplätze auf dem Spiel. AVM will weiter mitspielen dürfen. Die BNetzA wird AVM schon mitteilen was von ihnen erwartet wird. Üblicherweise bleibt das dann unter Verschluß. Die zu erwartende Strafe für das Ausplaudern steht immer knapp oberhalb des Stempels auf dem Schreiben der BNetzA.
Mich interessiert eines: Wer hat das alles veranlasst?
An unentschlossende Wähler hab ich auch noch ein paar Fragen:
– Wollen Sie das?
– Fühlen Sie sich mit so einem Router besser/sicherer?
– Glauben Sie eine der aktuellen Bundestagsparteien unternimmt ohne Druck was dagegen?
– Wer glauben Sie – ausser uns – verhindert das?
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