Weil sie es einfach können – Die Zypernkrise

Zypern, die wunderschöne Insel im Mettelmeer befindet sich in einer schweren Krise. Die Grundlagen dafür wurden bereits mit der Unabhängigkeit 1960 gelegt und reichen in ihren Ursrüngen bis weit in die Geschichte zurück. Seit dem Zypernkonflikt 1974, befindet sich der Staat permanent in einem unruhigen Fahrwasser. Unsicherheit verschreckt Investoren, aber ohne Moos nix los.  Mit der Deregulierung des Bankensektors und der Assoziation an die EU begann die Insel wirtschaftlich zu prosperieren. Man bot einen sicheren Hafen für Geld aus dem nahen und fernen Osten. Dabei legte man die Maßstäbe bewußt tolerant an und stellte nicht mehr Fragen an die Anleger als die EU für unbedingt nötig hielt.

Mit dieser Herangehensweise wurde man Hochzeitsland Nr. 1 in Israel, Urlaubsland Nr. 1 und nicht zuletzt Anlageland Nr. 1 für weite Teile der Ex-Sowjetunion.

Wie zu erahnen ist: Die Finanzkrise trifft „tolerante“ Anlageländer besonders hart. Es kam, wie jeder wissen konnte, zum Fastzusammenbruch des zypriotischen Bankensektors. Da dort hauptsächlich Gelder aus Nicht-EU-Staaten liegen, ist die EU sehr schmerzfrei bei ihren Methoden. Ist ja anderer Leute Geld und da werfen wir nicht unseres hinterher. Verständlich, würde wohl fast jeder so machen. Je nach Einlage muß jeder Kontoinhaber auf 6,75- fast 10% verzichten. Um Kapitalflucht zu verhindern wurde dem Bankomaten der Stecker gezogen.

Kein Bargeld? Pech gehabt! Gerade eine größere Summe eingezahlt? Das ist jetzt eine kleinere Summe….

Gerade die politische Ganzlinke jubiliert. Es hat endlich mal die Richtigen erwischt! Bänkster und Oligarchen! Das die heutigen Kommentare von Ganzlinks radikal vereinfacht.

Die Medaille hat aber zwei Seiten. Die andere Seite beleuchtet für uns Emanuel Kotzian

Haben Sie es mit­be­kommen? Was denn? Ja genau da war doch was mit den Men­schen mit ver­zwei­felten Gesich­tern an Ban­ko­maten. Ok, Zypern ist schon ganz schön weit weg und die Bilder hatten eine leichte Unschärfe und Über­be­lich­tung. Aber den­noch die Bilder waren echt. Und nicht am anderen Ende der Welt son­dern in Ihrer Euro­päi­schen Union – deinem trans­na­tio­nalen Staa­ten­ver­bund. Bingo – da ver­ab­redet eine Troika (ohne jeg­liche demo­kra­ti­sche Auto­ri­sie­rung) einen Deal und am nächsten Tag bist Du nicht mehr würdig vom Auto­maten bedient zu werden. So habe ich mir Europa nicht vor­ge­stellt. Oder glaubt noch irgend­je­mand, dass das was mit 10% deines Ver­mö­gens pas­sieren kann nicht mit 100% pas­sieren könnte?

Glaubt jemand, das die Banken in Deutsch­land, Frank­reich oder Polen denn auch nur eine ein­zige Sekunde zögern werden Deine Moneten ein­zu­frieren wenn unsere Bun­des­kanz­lerin mit der Troika einen nächt­li­chen Deal im Hin­ter­zimmer macht? Das ist im Prinzip das Fanal über das wir uns auf­regen sollten. Uns wird ohne uns ein Ziel zu nennen jeg­liche Mit­sprache geraubt. Ent­schieden wird tat­säch­lich und nach­weisbar in Hin­ter­zim­mern und zu 100% intrans­pa­rent. Daher sehe ich den Punkt gekommen, an dem man simpel sagen muss: bis hierher und nicht weiter. Ich bin über­zeugter Euro­päer, bin von der euro­päi­schen Idee über­zeugt und gerne bereit das was ich habe zu teilen, aber doch nicht zu diesen Konditionen.

 

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