Ein besonderer 9. November

Donald Trump ist zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika demokratisch gewählt worden. Wir stehen damit mal wieder an einem 9. November an einem historischen Wendepunkt. Die Welt bekommt einige Antworten auf längst gestellte Fragen.

Hat der Präsident der USA wirklich soviel Macht?

Sicher, er hat theoretisch die Macht die Welt mittels Atomkoffer binnen Minuten in eine unbewohnbare Wüste zu verwandeln. Die US-Verfassung gesteht ihm auch zahlreiche legislative Sonderrechte zu, die sich mit der deutschtypischen Variante des Demokratieverständnissen nicht vereinbaren lassen und er hat theoretisch die Mehrheit in beiden Parlamentskammern.

Zweifel sind dennoch angebracht.

In einem marktradikalen System hat nicht der Chef das Sagen, sondern derjenige welcher die Rechnung zahlt. Diese Tatsache hat schon der Obama-Administration die Agenda verhagelt.

Dazu kommt, daß die Staaten über ein kompliziertes System aus Nachrichtendiensten, die völlig am politischen System vorbeiarbeiten und ein unkontrollierter Staat im Staate geworden sind verfügen, Diese Dienste haben weltweit einen so großen Einfluß, daß sich unsere Politikerkaste nicht traut das Wort zu erheben. Stichwort NSA-Skandal. Diese Dienste wissen jetzt schon mehr über Donald Trump als er selbst.

Die Linksautoritäten in Deutschland reagieren auf Trump schon seit Wochen hysterisch und versuchen ihm propagandistisch ein Hitlerbärtchen anzumalen. Die Rechtsautoritären und Kapitalisten freuen sich, daß es „einer der ihren“ in das angeblich höchste Amt auf der Welt geschafft hat und jetzt dem Nahen, mittleren und fernen Osten mal zeigt wo der Bartel den Most holt.

Ich glaube sowieso alle Autoritären liegen falsch, so auch hier. Es ist völlig unklar was Trump in den USA jetzt wirklich umsetzt/umsetzen kann und in welche Richtung sich das Land verändert. Die weltweite Finanzpolitik ist seit Jahren auf einem Weg, der sich nur durch eine revolutionäre Umwälzung reparieren lässt. Es knirscht auf historischem Niveau im System und die Blase wird irgendwann platzen. Unklar ist nur noch ob dies durch Übertreibung passiert oder ob jemand eine Nadel an die Blase hält und vor allem wann das passiert. Passieren wird es unausweichlich. Die Fachleute streiten nur noch über Abläufe, Folgen und Auswege.

Davor müssen wir mehr Angst haben, als vor einem unkontrollierbaren Irren. Das ist Trump nämlich nicht. Als unkontrollierbarer Irrer kommt man nicht so weit. Die USA haben außerdem in Vergangenheit mehrfach gezeigt wie sie mit allzu revolutionären Präsidenten umgehen. Die werden traditionell von unpolitischen, wirren Einzeltätern erschossen. Die USA legen viel Wert auf ihre Traditionen.

In einigen Jahren werden wir in einer deutlich anderen Welt leben. Es ist jedoch nicht ausgemacht, daß es schlechter ist als heute. Nur anders. Im Gegensatz zu Clinton besteht für uns Deutsche in der Trump-Präsidentschaft eine Chance zu Veränderung und damit auch eine Chance auf Verbesserung wenn wir hier mal endlich anfangen unsere Hausaufgaben machen und uns zu emanzipieren. Unser Verhältnis mit den Amerikanern hat doofe, radikale und charakterschwache US-Präsidenten überstanden. Wir werden Trump auch überstehen, wahrscheinlich sogar besser als die USA selbst.

Keep cool and carry on.