Schnelles Internet in Ludwigsfeld – die Nagelprobe

2002 wurde der Euro eingeführt, auch in Ludwigsfeld.
2002 war auch das Jahr, als die Bürger erstmals gegen die schlechte Internetverbindung im Stadtteil aufbegehrten. Nun haben wir 2015 und nichts hat sich geändert! Nicht nur in Ludwigsfeld, auch andere Stadtteile sitzen nicht an der Breitbandverbindung sondern bekommen die Daten per Sanduhr geliefert.

Oberbürgermeister Noerenberg hat auf der vergangenen Bürgerversammlung in Ludwigsfeld erklärt was er dagegen unternehmen will. (mehr …)

„Ja gerne, aber nicht vor meiner Haustüre“

Mein Ludwigsfeld erarbeitet sich langsam aber sicher den Ruf eines kinderfeindlichen Stadtteiles.
Nachdem vor Jahren bereits eine private Kindertagesstätte aus dem Stadtteil gemobbt wurde, läuft nun eine jahrelange Posse um einen Kinderspielplatz. Die Kinder, welche damals hätten darauf spielen sollten sind nun schon an weiterführenden Schulen. Bis es einen Spielplatz geben wird, haben sie selber Kinder und sind dann vermutlich weggezogen.

Zur Erinnerung:
Am Schlittenhang zwischen Drosselweg und Illerkanal sollte ein neuer Spielplatz gebaut werden. Die dortige Wiese wird bereits seit den Nachkriegstagen als Schlitten-, Eislauf und Ballspielplatz von den Ludwigsfelder Kindern genutzt. Je nach Grasstand, Eis- und Schneelage. Die Wiese ist aufgrund der nahen Lage zum Kanal nicht bebaubar. Seit Menschengedenken kam kein Kind schlimmer zu Schaden als ein aufgeschlagenes Knie. Ein idealer, zentral gelegener Platz mit wenig Verkehr. „Ja, aber nicht vor meiner Türe“ sagen nun die Anwohner. „Zu laut“, „zu gefährlich“ bis hin zu „zieht Gesocks an“ lauten die Gegenargumente. Nach dem Sankt Floriansprinzip soll lieber der Kinderspielplatz am TSF ausgebaut werden. „Kinder gerne, aber nicht bei mir“ lautet die Devise. Unter dieser engstirnigen Denke leiden nun die Kleinen und Familien im Ludwigsfelder Nordwesten. Mindestens 600 Meter Anreise sind nun auf sich zu nehmen.

Was machen die Stadträte?  Den Kopf einziehen!
Keiner möchte sein Pöschtle in den Vereinen und noch viel weniger im Stadtrat verlieren. Lieber schiebt man die Entscheidung auf den Sankt Nimmerleinstag. Manchmal habe ich den Verdacht die Christlichkeit der Räte beschränkt sich auf das Anbeten des hl. Florian und des hl. Nimmerlein, jedoch nicht auf die Nächstenliebe.
Ich bin mal gespannt, wann die Flüchtlingskrise auf Ludwigsfeld erfasst und die Mehrzweckhalle bzw. die Turnhalle dran glauben müssen. (November? Dezember? Januar?)
Werden die Kirchen auch ihre Räume für die Flüchtlinge zur Verfügung stellen und wie stark werden sie dabei die Hand aufhalten?

Sie merken gerade wie wichtig jetzt Piraten im Stadtrat wären.

Internetverbindung im Wiley

Die Bürgerversammlung im Wiley brachte es -mal wieder- an den Tag:

Zwei Bürger kritisierten den langsamen Internetzugang im Wiley. Der Fachbereichsleiter Bürgerdienste der Stadt, Stephan Endres, bezeichnete das Wiley als “bestversorgter Stadtteil”.

Wer hat nun recht?

Beide – und genau das ist das Problem!

Im Wiley haben wir:

– 100 MBit-LTE von Vodafone- 32 MBit von Kabel Deutschland
– 32 MBit von SWU Telenet
– 6-10 MBit über Kupferleitung von Telekom/Maxi-DSL/Arcor-Vodafone/1&1

Hört sich gut an – ist es aber nicht. Wenn wir die gedrosselten Zugänge weglassen, dann bleiben:
– 32 MBit über Breitbandkabelfernsehen von SWU Telenet- 6-10 MBit Kupferkabel der Telekom

Haken: SWU Telenet ist nur in einigen Straßenzügen bestellbar. Bleibt also nur die veraltete Telefonleitung übrig, die sich -brandbreitentechnisch- das Wiley auch noch mit Ludwigsfeld teilen muß. Für die Hochschule hätte das nicht annähernd gereicht, deswegen ist diese durch eine Extraleitung an das besser versorgte Vorfeld angeschlossen.

Eine anständige Bandbreite ist für junge Familien und Unternehmen sowie Gründer eine zentrale Infrastrukturvorraussetzung, damit hängt der Wert von Grund und Immobilie auch davon ab. Lassen Sie die Internetverbindung nur mal zu einem 3%igen Wertverlust führen – da sind fast Millionwerte weg. Das neue Baugebiet in Ludwigsfeld soll auch an diese Kupferleitung angeschlossen werden. Das kann was werden. Die Beschwerdemails wird die Stadt zumindest nur stark verzögert bekommen…. Es soll sich keiner trauen, als Alternative, Mobilfunk oder gedrosselte Zugänge vorzuschlagen: Das ist wie “Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen”.

Von den aktuellen Stadträten geht kein Impuls an die Verwaltung aus. Für die ist alles “voll supi”. Ist es aber nicht – es ist nur woanders noch dürftiger.
Die 50 MBit/s ungedrosselten Zugang – Die neue Bundesregierung nimmt diesen Wert als neuen Richtwert für „versorgt“ erreicht Neu-Ulm nur in einzelnen Haushalten mit Spezialzugängen. Der Einsatz der neuen Beschleunigungstechnik „Vectoring“ ist für Neu-Ulm nicht geplant – auch nicht mittelfristig.

Ich bin nicht der Meinung, daß sich die Stadt beim Breitbandausbau die passive Haltung weiter leisten kann. Ich werde mich weiter mit aller Kraft für ein Glasfaserkabel im ganzen Stadtteil einsetzen und für den schnellstmöglichen Ausbau im ganzen Stadtgebiet. Bandbreite ist Infrastruktur, ist Wertschöpfung und Werterhaltung.