Eine Frage der Ehre

Die Kommunalwahl ist vorüber, noch sind nicht alle Einspruchfristen abgelaufen.

Was aber schon abgelaufen ist, ist die Schamfrist!

Wie damals, als „Bürger PRO Neu-Ulm“-OB Kandidat Wöhner direkt nach der Wahl einen Posten und ein Parteibüchlein bei der SPD bekam, zeigt sich nun ganz schnell welcher Geist im Rathaus weht.

Bei den Einen wird ein Rat gewählt, der kurze Zeit zuvor sein Parteibuch zurück gegeben hat. Macht ja nichts, dort weiterarbeiten kann man ja trotzdem. Der Nächste verquickt ganz offen Geschäft und Amt, woanders wird noch vor der ersten Sitzung gleich unter Mitnahme des Mandates die Partei gewechselt. Ist doch eine Persönlichkeitswahl, nicht?

Ich könnte noch eine Zeitlang so weitermachen. Von einem Klüngelclub berichten, mit dem Ziel die eigene Parteispitze durch eigene Leute zu ersetzen um, wenn schon nicht reingewählt, trotzdem mit wenig Zeiteinsatz in die Zeitung und an die Fleischtöpfe zu kommen. Ich habe gestern ein „kritisches Interview“ bei Facebook gelesen, daß einer derKandidaten mit sich selbst geführt hat. Eindeutig am Stil zu erkennen.

Fragen wie: „Sie sind ein blendend vernetzter und auch beim Gegner wegen seines Genius sehr geschätzer Politiker und Universalgelehrter. Ganz kritisch betrachtet: Welche Ihrer bisherigen Heldentaten für die Stadt war die Größte?“

Natürlich sind die Antworten ähnlich. Auch im Schreibstil. Wäre es offen Wahlwerbung, ich würde ja nichts sagen. Aber es wird als „Journalismus“ verkauft.

Roßtäuscher! Was für ein unterstes Niveau ist den das???? Für wie blöd wird der Wähler eingeschätzt?

Die CSU hatte mal für den Kreis ein Kandidatenflugblatt. Jede „Kompetenz“ des Kandidaten bekam ein Kästchen. Nur einer hatte alle Kästchen, war also Ultrakompetent auf allen Gebieten. Der Auftraggeber des Blattes. Er kam trotz schlechten Listenplatzes rein.

Es stellt sich mir ernsthaft die Frage was für eine Art Mensch man sein muß um politischen Erfolg in dieser Stadt haben zu können. Das Alkoholfahrer, Kinderverprügler, Ehefrauenbetrüger und Sportvereine-so-an-die-Wand-Fahrer-dass-die Allgemeinheit-einspringen-muss erfolgreich sein können habe ich selbst miterlebt. Ich stelle mir ernsthaft die Frage, ob es noch möglich ist in dieser Stadt erfolgreich politisch für die Gemeinde tätig zu sein ohne seine persönliche Integrität aufs Spiel zu setzen oder einer Klungelrunde anzugehören.

Für meinen Teil habe ich bereits entschieden, daß ich immer in den Spiegel schauen können muß und mir nie Gedanken machen möchte, ob das was ich gemacht habe noch OK ist! Ich will zu allen meinen Aussagen und Taten jederzeit stehen können. Auch und gerade hinterher.

Ich will ruhig schlafen können!

Ich kann ruhig schlafen!

Wenn ich irgendwas davon gefährdet sehe habe ich den Anstand zu gehen.

Was gerade in Neu-Ulm passiert ist bestenfalls widerwärtig! Pfui! Schämt Euch! Ach, macht ihr eh nicht….

 

Update: Die Neu-Ulmer Zeitung berichtet, Karl-Martin Wöhner habe Frau Neulist „zwei Ausschußsitze ihrer Wahl“ für den Wechsel zur SPD angeboten. Der Herr Wöhner hat zwischenzeitlich seinen Job an Frau Esser verloren, nachdem zwei Ortsvereine die Wende gemacht haben. Wieviel Ausschußsitze wurde dabei nicht wegen der Qualifikation vergeben.

Freunde! 2020 seit ihr fällig!!!

Bitte leiten Sie das hier weiter

Am 16. März finden bei uns die Kommunalwahlen statt.

In der folgenden Legislaturperiode werden einige wichtige Entscheidungen für unser Gemeinwesen getroffen. Beispielweise:

Bleiben alle Krankenhäuser so wie sie sind – oder nicht?
Bekommt unsere Region endlich schnelles Internet?
Wie und wo wird der Neubau der Adenauerbrücke realisiert?
Haben wir bis 2025 Dauerbaustellen, Stau und Dreck auf der B10?
Was passiert mit der A7?
Wie kann man Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen zukunftssicher machen, besonders im Landkreis?
Werden wir in 10 Jahren überhaupt noch attraktiv sein?
Gibt es genug zukunftsfähige Jobs im Landkreis und wie schaffen wir Neue?
Wie bauen wir unsere lebhafte Kulturszene aus?

Es liegt in IHRER persönlichen Hand, ob Sie nach der Wahl die Möglichkeit haben mitzuentscheiden.

Dazu müssen Sie DIESE WOCHE auf Ihr zuständiges Bürgerbüro oder Rathaus gehen und sich im Verzeichnis registrieren. Bitte bringen Sie einen Lichtbildausweis (Ersatzweise: Krankenkassenkarte) mit.

Schicken Sie mir  über das „FRAG SWEN“-Feld Ihre Postleitzahl und ich schicke Ihnen Adresse, Anleitung und Öffnungszeiten!

Wenn Sie den Stichtag 3.2. 12 Uhr verpassen bekommen Sie die nächste Chance im Jahr 2020. Frühestens.

Bitte nehmen Sie Ihre eigenen Interessen wahr bevor es andere für Sie machen.

Der Tag danach

Das Wahljahr 2013 endete für uns wie es begonnen hat: Mit einem leichten Zuwachs in Prozenten und meilenweit von den eigenen Erwartungen weg.

Wir haben einiges gelernt: Mit Wombats gewinnt man keine Wahlen, sondern mit Inhalten und Köpfen. Der Wähler hält uns beim Thema Überwachung und Datenschutz für kompetent. Kompetenter als alle anderen Wettbewerber auf dem politischen Markt. Ich habe auf unseren Infoständen diverse Briefe von Vodafone vor die Nase gehalten bekommen: „Die haben sich meine Daten klauen lassen, was kann man da machen? Wie schlimm ist das?“ An jedem Wochenmarktssonntag standen mindestens fünf Parteien da. Solche Briefe bekamen nur wir Piraten zu sehen. Die Menschen, auf die wir im Wahlkampf trafen gaben uns auch sonst viel Zuspruch und damit Kraft und Motivation.

Trotzdem: Wir haben bei drei Wahlen in einer Woche zweimal übel einen Tritt bekommen. Unser Einzug in den schwäbischen Bezirkstag ist da nur ein seehr schwacher Trost.

Wie geht es nun weiter mit den Piraten?

Lauer_Entschuldigt_Plakat_BTW_2013_PIRATEN-Kopie

Der Kreisverband Neu-Ulm hat beschlossen sich an der Kommunalwahl 2014 zu beteiligen.

Da wir keine 5% in Land und Bund haben, sind wir gezwungen erst unsere Liste aufzustellen und dann Unterstützungsunterschriften zu sammlen. Dank der CSU müssen Sie da dafür auch noch das Rathaus/Bürgerbüro/Gemindeverwaltung aufsuchen. So kann man sich lästiger Konkurrenz auch entledigen. Die Linke hat das vor fünf Jahren nicht geschafft.

Wir gehen das trotzdem an.

Nicht weil wir uns mit Mandaten schmücken wollen, nicht weil wir politische Karriereziele haben, sondern weil wir ein wild entschlossener Haufen Idealisten sind, mit dem Ziel unsere Heimat ein Stück mit voran zu bringen.

Falls Sie das auch gerne möchten, dann lade ich Sie herzlich ein mich zu kontaktieren. Unser Kommunalwahlprojekt steht auch Nichtpiraten zur Verfügung. Kontaktmöglichkeiten für jeden Geschmack finden Sie hier auf der Seite.

Jetzt klopfe ich mir den Dreck aus den Klamotten, wisch mich ab und kämpfe weiter. Nächstes Jahr warten drei Parlamente darauf von uns in Fraktionsstärke geentert zu werden.

Viel Arbeit, aber das ist es mir wert, weil es mir wichtig ist. Ihnen auch?