Stroßaboa – Erklärt mir mal einer das?

Die Neu-Ulmer Kommunalpolitik hat seit Menschengedenken drei Konstanten: Die B30-Weiterführung zwischen Ludwigsfeld und Wiley, Peter Noll und das Straßenbahnprojekt.

Seit Ende des zweiten Weltkrieges wird bereits an ein Neu-Ulmer Straßenbahnnetz gedacht. In Ulm hingegen litt das Straßenbahnnetz an Schwindsucht. Schon als Kind kannte ich nur noch die Linie 1. Trotzdem gibt es immer wieder Initiativen für ein erneutes Netz.

Seit einigen Jahren haben die Ulmer nun die Linie 1 ausgebaut. Das sieht beeindruckend aus. Seit den 50ern hat sich in den Sicherheitsvorschriften einiges verändert. Ampeln, Sonderspuren, Masten und Leitungen wohin man schaut und ein  schön metallisches Kreischen, wenns ums Eck geht.

Jetzt nehmen einige Stadträte wieder einen Anlauf. Vermutlich um das Wahlvolk für die Kommunalwahl anzusexen und zu polarisieren.

Wenn es wenigstens darum ginge das Bähnle innerstädtisch zu venetzen – da könnte ich mir einen Sinn zusammenreimen.

Ansonsten konnte mir noch niemand schlüssig erklären warum es nicht auch ein Bus tut.

Busse können Sondersignale, Strommasten und Sonderspuren brauchen – müssen aber nicht.  Wenn sich was ändert am Verkehrsfluß, oder am Bedarf. Wenn es eine Baustelle gibt: – Schilder umpflanzen und weiter gehts. Machen Sie das mal mit einer Straßenbahn!

Es gibt auch bei der SWU die ein oder andere Führungskraft, die beim bloßen Erwähnen des Wortes „Straßenbahnausbau“ sofort zum Asthmainhalator geift.

Ich bin Argumenten immer zugänglich, ich hab nur noch keine Guten gehört.

Eins gilt sowieso, das dürfen sich unsere Kommunalen gleich mal mit Lippenstift auf den Spiegel schreiben: Ohne Bürgerbeteiligung und Bürgerentscheid geht sowieso gar nix! Da müsst ihr erst mal an uns vorbei und das kommt ihr nicht ohne euch ein ganz böses Aua im Jahre 2014 einzufangen!

Beim Versuch am Bürger vorbei teure Prestigeprojekte durchzudrücken, für die es schon ein ablehnendes Bürgervotum gibt, werde ich echt stinkig!

Was denkst du?