Schuldig in Bayern – Die Ente klingelt um halb acht

Abseits ist wenn der Schiri pfeift. Unter Fussballern kursiert dieser Satz als einfachste Erklärung der Abseitsregel. Schuldig sind Sie, wenn Sie jemand rechtskräftig verurteilt. Bums. Aus. Fertig.

Wie „Schuldig“ in Bayern gehandhabt wird, entnehmen Sie diesem Artikel, den ich Ihnen dringend ans Herz lege.

Mir geht es hier nicht darum, unsere Justizministerin zu bashen. Es geht mir darum die Geisteshaltung dahinter zu bashen.

Wer Mißstände öffentlich anprangert, unbequem ist oder sich von der „Familie“ vulgo. „ehrenwerte Gesellschaft“ abwendet muss damit rechnen, den Stempel „gemeingefährlicher Irrer“ aufgedrückt zu bekommen. Ab in die Klinik, dann noch ein paar Tabletten und Sie geben Ruhe. Bisher ein gerne in Filmen verarbeiteter Mythos. Zum Beispiel in „Die Ente klingelt um halb acht.“ mit Heinz Rühmann.

Der Fall Gustl Mollath und vor allem wie Staatsregierung und Justiz damit umgehen weist darauf hin, daß es sich um keinen tragischen Einzelfall handelt, sondern um eine gelebte Geisteshaltung. Vom Querulanten bis zum Amokläufer ist es genau so weit, wie vom Moslem zum Teroristen, vom Falschparker zum Verkehrsrowdy oder vom Kifferlein zum Drogenbaron.

Wenn ich unsere Justizministerin reden höre, dann ist „Sicherheit“ oberstes Gebot. Immer ein wenig weniger persönliche Freiheit, keine geschützten Räume mehr, denn dort wachsen Täter.  Sicherheit gibt es nur, wenn der Staat so viel wie möglich weiß, es kein stilles Eckchen für den Bürger da ist und eventuelle Störenfriede mindestens der Existenz beraubt – besser jedoch ganz weggesperrt sind. Das passiert nicht im Film, oder in einem düsteren Polizeistaat in einer dunklen Ecke der Welt. Es passiert hier, mitten unter uns und verantwortlich ist die Dame, die uns Neu-Ulmer jahrelang als Oberbürgermeisterin regiert hat. Es kann jeden treffen. Auch Sie! Warum nicht Sie? Sie lesen gerade meinen Blog. Mit ihren anderen besuchten Seiten gibt das ein rundes Bild über Sie ab. Wenn dann ein paar Dinge zusammenkommen, wird man Sie ein wenig genauer anschauen. Sollten Sie dann zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort……wäre mir arg Sie als Leser zu verlieren.

Für verurteilte Straftäter gilt ein ähnliches Muster: Erstmal einsperren. Raus kommen Sie nicht nach verbüsster Strafe, sondern wenn Frau Minister mag, oder die Beamten/Gutachter keine Nachteile fürchten müssen. Falls es Sie erwischt hat: Sie bekommen eine passende Medikation, dann macht ihnen das viel weniger aus und Sie treiben auch nicht mehr quer. Ist das unsere Wunschsituation? Verstehen Sie mich nicht falsch: Es geht hier nicht darum den Täter zum Opfer zu machen. Aber fünf Jahre Knast sollten fünf Jahre Knast sein. Ende. Es ist nicht hinnehmbar sein nach Lust und Laune Menschen wegzusperren.

Bitte denken Sie einfach mal drüber nach und wenn Sie zum gleichen Ergebnis wie ich gekommen sind besuchen Sie mich doch mal am Stammtisch.

Falls nicht, dann erst recht! Daten stehen oben rechts.

Falls Sie zufällig Justizministerin oder Mitarbeiter einer Justizministerin sind: Ich würde gerne mal öffentlich ein paar Takte mit Ihnen reden. Von Pfuhl ins Schlössle ist es ja nicht weit.

Was denkst du?