Nach dem Bundesparteitag

Mal wieder ist ein Bundesparteitag zu Ende und es wurde ein neues Verwaltungspersonal gewählt. Nichts Besonderes, dies ist in der über zehnjährigen Piratengeschichte der 11. Bundesvorstand. Er ist derjenige Bundesvorstand, der die Partei durch fünf harte Landtagswahlen und eine superschwere Bundestagswahl führen muß. Da wir Danke Piraten keine bezahlten Parteibonzen haben bedarf es fähigen Personals mit Hang zur Selbstausbeutung, die auf dem Boden des Parteiprogramms stehen, dazu sollten diese Menschen auch bereit sein, sich von allen möglichen Trollen, den Medien und den diversem Extremistengesockse in dieser Republik mit Dreck bewerfen zu lassen und dabei immer noch nett in die Kamera zu grinsen ohne bleibende psychische Schäden zu entwickeln.

Bei und 10.000 Aktiven wird ist es ganz schön schwer noch genug Menschen zu finden auf die dieses Profil zutrifft. Wir hatten auf dem vergangenen Parteitag sogar noch personelle und inhaltliche Auswahl. Der Bundesparteitag hat entschieden zur Hälfte auf bewährtes Personal zu setzen und zur anderen Hälfte auf neue Gesichter. Menschen die für eine sehr progressive Ausrichtung stehen, zu progressiv für mich. Ich hoffe der neue Bundesvorstand schafft es die Bevölkerung und nicht-so-progressiven Piraten mit zu nehmen und zu begeistern. Das ist dringend nötig, sonst wird das Jahr 2017 nicht erfolgreich gestaltet werden können. Ich lehne mich mal zurück, bleibe offen und wach. Meine Hand ist trotz Bauchgrimmen ausgestreckt. In Zeiten in denen #Erdowahn-Agenten in Deutschland aktiv, Innenminister von alten Stasizeiten träumen, Justizminister diese Träume bereits aktiv umsetzen, Autokratenfreunde in Machtpositionen kommen, Vorratsdatenspeicherung das Recht auf Selbstbestimmung aushöhlen und der Datenschutz von Konzernen und der aktuellen Regierung geschleift wird sind wir Piraten leider nötiger als je zuvor. Außer uns kümmert sich ja keiner, am allerwenigsten die sogenannte „AfD“. Ich warte immer noch drauf, daß rauskommt wer die eigentlich finanziert. Im Rechenschaftsbericht steht es jedenfalls nicht.

Wir haben eine Regierung, welche die Demokratie in Trippelschritten nach und nach dem türkisch-russischen Vorbild annähert statt den Terroristen und Autokraten durch mehr Freiheit und Demokratie ins Gesicht zu treten. Wir stecken immer noch Kranke in den Knast statt Ihnen zu helfen, wir geben traumatisierten Menschen Medikamente auf Rezept welche sie durchdrehen lassen, statt effektiv zu helfen. Wir bauen überall Überwachung auf, aber wenn mal was passiert – upsi…Pech für uns, dann muß eben noch mehr Freiheit abgeschafft werden. Schon Goebbels sagte „Wer nichts zu verbergen hat, muß auch nichts befürchten“. Ob man was zu verbergen hat entscheiden dummerweise Andere… Dafür darf man in diesem Lande ungestraft seine Biografie fälschen und bekommt Übergangsgeld. Man darf das Mantra „Wir schaffen das“ verbreiten ohne über ein Jahr später auch nur ansatzweise einen Plan zu haben wie überhaupt. Wir Piraten behaupten nicht für alles und jedes eine Lösung zu haben, aber das hat ja nicht mal die 83%-der-Parlamentssitze-Regierung. Wir zeigen immerhin alternative Lösungsansätze auf und stecken den Stock in die Speichen wenn es unsere „ersten Beamten des Staates“ mal wieder zu toll treiben.

Manchen ist aufgefallen, daß im neuen Bundesvorstand nur noch Männer vertreten sind und mokieren sich darüber. Ich bin stolz darauf einer Partei anzugehören in der Herkunft (anders bei der CSU), Geschlecht ( z. B. bei SPD/Grüne/Linke) oder Glauben (CSU) keine Rolle spielen. Die bloße Tatsache eine Frau oder ein Mann zu sein qualifiziert einen zu NullkommaNix. Wer in einer Partei nur auf Grund seiner Herkunft oder seiner Geschlechtszugehörigkeit möglichst ohne Qualifikation oder Arbeit was werden will möge bitte woanders hingehen. Die Piraten haben sich in den vergangenen Jahren schmerzhaft von den meisten Trollen und Vollhonks getrennt, die der Meinung waren Gewalt wäre ein legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung und man könne Menschen aufgrund ihrer Gesinnung die Rechte absprechen. Profitipp: Diese Personen erkennt man daran, daß sie sich wenn es unangenehm wird schnell in die Opferrolle flüchten, aggressiv werden und keine Lust haben für ihren Lebensunterhalt einer geregelten Arbeit (Arbeit..iiih!) nachzugehen. Wenn man keinen Deppen mehr findet der einen zahlt, dann schreibt man ein Buch oder macht einen Spendenaufruf!

Wir haben jetzt auch wieder eine Jugendorganisation, die sich auf neue Mitglieder freut. Zwar wählten diese gleich mal jemand der in der Vergangenheit mit unappetitlichen Vergleichen unangenehm aufgefallen ist in den Vorstand, andererseits gehören ihr mit zum Beispiel Corinna Bernauer auch Talente an, die mich hoffen lassen.

Ich schraube meine Erwartungen gerne niedrig und lasse mich dann positiv überraschen und Nein, ich komme an keine Claudia-Schiffer-Autogramme ran.

Ich möchte mich auch bei den ausscheidendem Vorstandsmitgliedern ausdrücklich bedanken. Ihr habt gute Arbeit geleistet und ihr werdet mir an der Spitze fehlen.

Sonst: Was heißt „Comeback“? Wir waren nie weg.

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