Kommunalwahlen 2014 Nachlese

Die Wahllokale sind geschlossen, das Rennen ist (fast) gelaufen.

Große Überraschungen sind bisher ausgeblieben. Wie Obert und Salzmann die Bürger Pro Neu-Ulm wiederbelebt haben ist ihnen der große Frankensteinpreis sicher. Respekt! Die Neu-Ulmer und ich sind nun gespannt ob es mit dem frischen Wind weitergeht, oder ob sich die „Bürger“ beim ersten Sonnenstrahl nach der Wahl wie schon 1990, 1996, 2002 und 2008 wieder in den Sarg zurück ziehen.

Überrascht hat mich das schwache Abschneiden der Grünen insbesondere das von Holger Greif. Da hätten die mal Einen, dann wird er nicht gewählt. Auch die FDP darf sich bei Dr. Schömig auf Stadtebene für die weitere Existenz und auf Kreisebene für die Fastauslöschung bedanken. Enttäuscht haben mich die Freien Wähler. Ich hab sie zweistellig gesehen. Immerhin hat es mein persönlicher Favorit Dr. Schuler geschafft. Wenigstens zwei „Piratige“, der versehentlich bei der SPD gelandete Erich Krnavek auch, haben es also in den Rat geschafft.

Die beiden großen Parteien sind dort gelandet wo sie vorher verortet wurden. Das wird sicher noch Ärger geben, da beide ihre Ziele deutlich verfehlt haben. Spannend dort ist die Durchmischung der Listen. Einzelne Politiker sind regelrecht abgestraft worden. Es wurde mehr junges Blut gewählt. Deuten sich da Wachablösungen an? Der Terminkalender von MdB Albsteiger hat auch einen neuen Fixpunkt gefunden. Der Neu-Ulmer Stimmbürger will wenigstens eine Abgeordnete ab und zu in der Gegend sehen.

Bei den Persönlichkeitswahlen setzte sich erwartungsgemäß der CSU-Politiker Freudenberger durch, überall absolute Mehrheit – mein lieber Thorsten diesen Vorschußlorbeeren darfst Du jetzt aber auch gerecht werden. Den Druck möchte ich nicht haben.

In Neu-Ulmer darf Gerold Noerenberg in die Strafrunde gehen. Ich würde mir wünschen er versteht das als konstruktive Kritik – ich glaube es aber nicht. Was ich glaube ist, daß er in 14 Tagen mit knapp über 50% bei einer miserablen Wahlbeteiligung wiedergewählt wird, dann so weiter macht wie bisher und sich dann 2020 zurück zieht. Was ich in 14 Tagen bei der OB-Wahl mache habe ich noch nicht entschieden. Bisher hat es weder Dr. Kröger noch der Amtsinhaber für nötig befunden bei uns um eine Wahlempfehlung zu werben. Kurzsichtig, es entscheiden wenige Stimmen und wir Piraten stellen dann immer noch ein ungenutztes Reservoir.

Wir hätten uns ja auch gerne zur Wahl gestellt, aber leider durften wir ja nicht. Die katastrophale Wahlbeteiligung kommt auch dadurch zustande, daß es für viele Wähler kein Angebot gab. Das Schlimmste dabei. 2020 haben wir auch keine Chance, da das Wahlrecht uns einfach keine Chance gibt. Gelernt habe ich: Keine gemeinsamen Listen mehr mit Anderen, keine Kandidatur unter fremder Fahne. Das bringt es nicht – dann lieber gleich verzichten. Für politische Arbeit braucht man kein Mandat. Wie es mir mir persönlich und den Piraten in Neu-Ulm weitergeht werde ich hier in den nächsten Tagen veröffentlichen.

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