„Ja gerne, aber nicht vor meiner Haustüre“

Mein Ludwigsfeld erarbeitet sich langsam aber sicher den Ruf eines kinderfeindlichen Stadtteiles.
Nachdem vor Jahren bereits eine private Kindertagesstätte aus dem Stadtteil gemobbt wurde, läuft nun eine jahrelange Posse um einen Kinderspielplatz. Die Kinder, welche damals hätten darauf spielen sollten sind nun schon an weiterführenden Schulen. Bis es einen Spielplatz geben wird, haben sie selber Kinder und sind dann vermutlich weggezogen.

Zur Erinnerung:
Am Schlittenhang zwischen Drosselweg und Illerkanal sollte ein neuer Spielplatz gebaut werden. Die dortige Wiese wird bereits seit den Nachkriegstagen als Schlitten-, Eislauf und Ballspielplatz von den Ludwigsfelder Kindern genutzt. Je nach Grasstand, Eis- und Schneelage. Die Wiese ist aufgrund der nahen Lage zum Kanal nicht bebaubar. Seit Menschengedenken kam kein Kind schlimmer zu Schaden als ein aufgeschlagenes Knie. Ein idealer, zentral gelegener Platz mit wenig Verkehr. „Ja, aber nicht vor meiner Türe“ sagen nun die Anwohner. „Zu laut“, „zu gefährlich“ bis hin zu „zieht Gesocks an“ lauten die Gegenargumente. Nach dem Sankt Floriansprinzip soll lieber der Kinderspielplatz am TSF ausgebaut werden. „Kinder gerne, aber nicht bei mir“ lautet die Devise. Unter dieser engstirnigen Denke leiden nun die Kleinen und Familien im Ludwigsfelder Nordwesten. Mindestens 600 Meter Anreise sind nun auf sich zu nehmen.

Was machen die Stadträte?  Den Kopf einziehen!
Keiner möchte sein Pöschtle in den Vereinen und noch viel weniger im Stadtrat verlieren. Lieber schiebt man die Entscheidung auf den Sankt Nimmerleinstag. Manchmal habe ich den Verdacht die Christlichkeit der Räte beschränkt sich auf das Anbeten des hl. Florian und des hl. Nimmerlein, jedoch nicht auf die Nächstenliebe.
Ich bin mal gespannt, wann die Flüchtlingskrise auf Ludwigsfeld erfasst und die Mehrzweckhalle bzw. die Turnhalle dran glauben müssen. (November? Dezember? Januar?)
Werden die Kirchen auch ihre Räume für die Flüchtlinge zur Verfügung stellen und wie stark werden sie dabei die Hand aufhalten?

Sie merken gerade wie wichtig jetzt Piraten im Stadtrat wären.

Was denkst du?