Grüezi mittnand und Aufgewacht!

Am gestrigen Tag beschloss die Schweizer Nationalbank die Verteigungslinie von 1,20 CHF für einen Euro aufzugeben. Das heißt: Bisher hat die Nationalbank jedes Euroangebot von unter 1,20 ungebrenzt aufgekauft. Jetzt verkauft sie ihre Bestände wieder nach und nach und kauft nichts Neues dazu.

Warum machen die das?
Weil sie es sich nicht mehr leisten können.

Was passiert nun?
Der Euro hat binnen Minuten abgewertet. In diesen Minuten bewegt er sich bei rund 1:1. Aus Sicht des Auslandes (z. B. wir alle) hat sich alles in Franken ausgezeichnete schlagartig um 15-20% verteuert. Beispielsweise kostete der Liter Super gestern früh 1,16€, so kostet er nun 1,35€. Das betrifft natürlich auch die Lebensmittel, den Skiurlaub und alles andere. Für die schweizorientierte deutsche Unternehmen ist das genial. Die Wettbewerber von der anderen Seeseite sind nicht mehr wettbewerbsfähig, weil 20% zu teuer. Das kostet mittelfristig Arbeitsplätze, wohl von vielen deutschen Gastarbeitern. Die schweizer Börse erlebte gestern den schlimmsten Kurseinbruch der Geschichte. Bis dahin sind wir für ein durchnittliches Schweizer Einkommen das Schnäppchenparadies – quasi der Vietnamesenmarkt hinter der Grenze.

Kommen wir damit zu den positiven Effekten für uns (Neu-)Ulmer:

Unser IKEA, unser Inhofer, unser Euronics XXL sind jetzt das Schnäppchenparadies für den Schweizer! Für die Eidgenossen ist jetzt 20% auf alles – ja auch Tiernahrung. Die kommenden Samstage werden reges Leben und viel harte Währung in die Kreise bringen, denn ein Schweizer Rentner hat nun mehr netto als ein deutscher Facharbeiter. Auch mein Einkommen liegt nun unter der dortigen Armutsgrenze.

Ich werde die Augen offen halten, wie Marketing und Kommunen diese Chance nutzen wollen.

In diesem Sinne: Servus Nachbarn! Ihr seit hier willkommen, Eure Währung auch und Eure Sprache verstehen wir obligatorisch, oder?

Was denkst du?