Ahnungslos oder bestellte Lüge?

Am Montag stellte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Margot Dyckmans ihren Bericht vor.

Es gibt erfreulich weniger Drogentote durch harte Drogen. Fast 1000 Menschen pro Jahr ist eine zu hohe Quote, im Vergleich zu Alkohol und Tabak (200.000 Menschen in Deutschland pro Jahr! Pi mal Schnauze rund 20% ALLER Todesfälle in Deutschland!) wirkt das fast marginal.

Schauen wir uns den Drogenbericht mal an.

Es gibt einen Cannabistoten in Bayern. Er betrieb eine Aufzuchtanlage in seiner Wohnung und starb wegen falscher Installation der Lampe an einem Stromschlag. So sieht ein statistischer Drogentoter aus. Verabschieden sie sich in ihrem Kopf vom Zombie auf der Bahnhofstoilette mit der Nadel im Arm. Wir haben nicht mehr 1979.

Die Zahl der Erstkonsumenten harter Drogen ist stark gestiegen. Wie geht das mit weniger Toten zusammen.

Der Blick auf die Menge der beschlagnahmten Stoffe gibt die Lösung. Während Heroin und Kokain auf dem Rückzug sind ist die Menge von Methamphetamin explosiv angestiegen. Warum?

Die Lösung liegt auf der Hand. Leider nicht für die Menschen, die vom Steuerzahler alimentiert werden das zu wissen.

Meth (auch Crystal genannt und im Drogenbericht falsch geschrieben….) ist wesentlich billiger herzustellen, im Gegensatz zu Heroin und Kokain auch jederzeit mit dem heimischen Chemiebaukasten. Da die Droge nicht geschmuggelt werden muss, entfallen viele Vertriebskosten für die Gangster. Kurz: Es ist viel billiger. Dazu viel reiner. Durch kurze Wege gibt es weniger Zwischenhändler die diesen Stoff verschneiden können. Endeffekt: Die Gebraucher von Meth spüren mehr Wirkung bei weniger Kosten. Dazu kommt noch etwas. Die Konsumeinheit bei Meth ist kleiner als bei Heroin/Kokain. Wenn das Päckchen kleiner ist finden es die Behörden auch nicht so schnell. Da insbesondere frische Meth-Konsumenten noch im Alltag „funktionieren“, werden sie weniger auffällig.

Zusammengefasst: Die Dunkelziffer ist wesentlich höher als bei Heroin/Kokain.

Wir stehen in Deutschland vor einem Meth-Boom unerlebten Ausmaßes. Was das bedeutet können sie in den USA begutachten. Die Drogenbeauftrage macht…..nix. Offenbar sich nicht mal kundig. Wozu auch? Im kommenden Jahr endet die Ära Dyckmans als Drogenbeauftragte. Nach ihr die Sinutflut.

Neben der Drogenauftragten saß bei der Pressekonferenz der Präsident des BKA Jörg Ziercke. Der Mann sollte es doch wissen, oder nicht?

Nach 60 Sekunden stand mir der Mund offen. Ich präsentiere mal zwei Aussagen:

– Die Polizei wird sogennante „Legal Highs“ stärker bekämpfen

– Cannabis muß wie Heroin als harte Droge eingestuft werden, da die Menge des psychoaktiven Wirkstoffes THC in der Pflanze immer höher wird.

Zum einen sind „Legal Highs“ zunächst mal legal. Sagt doch schon der Name. Herr Ziercke meinte jedoch die als „Kräutermischung“ oder „Badesalze“ angebotenen synthetischen Mischungen, bei denen niemand weiß was drin ist und mit denen man sich unkontrollierten gesundheitlichen Gefahren aussetzt. Warum tun Menschen dann das? Zwei Gründe: Einfacherer Zugang. Kann jedes Kind im Netz oder in Läden kaufen. Der andere Grund ist der Preis. Wer die tagesaktuellen Preise pro Konsumeinheiten vergleicht, stellt fest: Das gepanschte Zeug ist billiger und danke des Sieges der Chemiker gegen die Natur – auch viel viel stärker. Alles nachzulesen im Netz. Die tagesaktuellen Preise liefert die niederländische, staatliche Fernsehsendung „Spuiten en Slikken“ oder die Schwarzmaktseite „Silk Road“. Natürlich für Jedermann ohne Kommentar oder Alterskontrolle. Google weiss alles…..

Kein Mensch würde sich freiwillig den Gefahren aussetzen, wenn der das Original in einer Drogerie von einem ausgebildeten Drogisten kaufen könnte.
Beweis: Die Niederlande haben kein Problem mit Kräutermischungen. Sie sind dort illegal und es gibt keinen Markt dafür. Also bietet es auch keiner an.

Zum starken THC: Ja, die beschlagnahmten Mengen beweisen: Durch Züchtung wird die Pflanze immer potenter. Aber was heißt das?

Ich erkläre das mal an einem praktischen Beispiel:

Sie kennen doch den Alkoholgehalt von Bier (5%). Der wird erhöht auf den Alkoholgehalt von Wein (12%). Was machen Sie nun als Konsument?

Sie trinken weniger davon!

Zur Gefährlichkeit:
Wir nehmen einen 20jährigen, fitten Mann etwa 80 Kilo schwer, regelmäßiger aber mässiger Konsum.  Er hat normal zu Abend gegessen und fängt an sich zu betrinken/bekiffen. Er trinkt/raucht/isst zügig und in kurzer Zeit.

2 Weissbier (1l): Er spürt die Alkoholwirkung, wird enthemmter, sollte nicht mehr fahren
5 Weissbier (2,5l): Jeder merkt – Der ist betrunken, er dürfte nun eine feuchte, laute und undeutliche Sprache haben, kann aber noch laufen. Neigt zur Aggression.
10 Weissbier (5l): Vollrausch, Lebensgefahr

1 Normjoint (0,3gr/10%THC): Er spürt die Wirkung, darf nicht mehr fahren. Seine Umgebung merkt nichts oder nicht viel

2 Normjoints: Die Umgebung merkt was, der Konsument verliert das Interesse an einem weiteren Konsum. Das Schlafbedürfnis, der Appetit steigen. Er hat Durst.

3+x Normjoints: Es könnte im eventuell etwas schlecht werden.

1 Normhaschbrownie: siehe 1 Normjoint

2 Normhaschbrownies: siehe 2 Nornjoints

3 Normhaschbrownies: Dem Konsument wird schlecht, er erbricht sich, schläft ein und wacht nach verlängerter Schlafdauer ohne Kater (aber ggf. mit kaum spürbarer, aber unterschätzbarer Restwirkung) wieder auf.

1 Normspritze Heroin: Entzugserscheinungen sind weg, der Konsument ist zu nichts mehr fähig, Atemstillstand und Herzstillstand sind möglich.

2+x Normspritzen Heroin: Konsument ist tot.

Den Unterschied sehen die „Fachleute“ der Bundesregierung nicht.

Was erzählen die sogenannten Fachleute da? Warum erzählen sie sowas?
Warum werden keine wirkungsvolleren Wege beschritten?

Von Frau Dyckmans werden wir keine Impulse mehr bekommen, die paar Monate kann sie noch absitzen und der Herr Ziercke? Ja, der will doch seine Kundschaft nicht verlieren. Die Einsparungen einer vernünftigen Drogenpolitik würden sich in Abbau von Personal und Budget auswirken.

Wer verzichtet freiwillig auf ein paar Milliarden Spielgeld für die eigene Behörde?

Sind wir doch mal ehrlich – keiner…. Aber bezahlen müssen das Sie und ich!

Auch die Opfer der repressiven Politik sind Sie, ich wir alle. Die einzige Gruppe, die hemmungslos profitiert sind Gangster. Vom Anbau bis zum Verkauf.

Das BKA untersützt direkt seine eigene Kundschaft. Perverse Situation – noch dazu so sinnlos.

Beispiel: Im Bericht steht, es wurden 717 Cannabisplantagen ausgehoben. Davon rund 620 zur Eigenversorgung. Das feiert das BKA als Erfolg! Der Erfolg ist ebenso bahnbrechend wie die Verhaftung eines Kiffers auf der Straße beim Kampf gegen die Mafia! Wir rechnen mal ein gaaanz grob.

Ein Fachgeschäft für Hanf kommt auf einen Durchschnittsumsatz von 250-300k€. Gehen wir davon aus, daß er rund 30% Umsatz (also 100.000€) mit Zuchtanlagen macht. Gehen wir ferner von rund 500€ pro Anlage aus (ebay-Recherche).  Also verkauft ein durchschnittliches Fachgeschäft 200 Anlagen pro Jahr. So ein Fachgeschäft gibt es in jeder mittelgroßen Stadt. Glauben Sie nicht? Schauen doch mal ins Inserentenverzeichnis des Hanfjournals. Da stehen eine dreistellige Anzahl Fachgeschäfte bei den Inserenten. Das sind nicht alle, es inseriert ja bei weitem nicht jeder und außerdem – Online und Ausland gibt es ja auch noch. Keiner würde sowas in seinem Heimatort kaufen (denk ich mir mal so).

Gehen wir mal von 500 durchschnittlichen Fachgeschäften aus, so reden wir über rund 100.000 neue Aufzuchtanlagen zum Eigenbedarf – jährlich! Damit muß jede Zuchtanlage alle 170 Jahre mit Polizeibesuch rechnen. Alles über fünf Jahre kann man kaum als Erfolg bezeichnen.

DAS nenne ich mal Abschreckung! Dabei trifft man zu großen Teilen auf Personen, die zum Eigenbedarf züchten und damit der organisierten Kriminalität den Boden entziehen.

Diesmal profitieren aber mehr Menschen. Ausser dem Gangstern wird der Fachhandel nachhaltig unterstützt. Wenn auch nur mit 300.000€  (616 Anlagen mal 500€) pro Jahr.

Es bleibt uns nicht mehr viel Zeit.

Wenn wir nicht ganz schnell umdenken wird uns die Meth- und Syntethikwelle überrollen. Die USA haben den Kampf verloren. Wir werden ihn erst recht verlieren. Wir verlieren erst gegen die Al Capones der Drogenszene, dann unsere Kinder. Die sind mir zu wichtig, um die Sache der baldigen Frührenterin und dem BKA zu überlassen. Wir reden immerhin von einer Behörde, die nicht mal ein paar Terroristen fangen kann.

Was denkst du?